Ein Konfigurationsfehler bei Anthropic führt zum Leak von Chatdaten an Suchmaschinen, während Metas KI-Agent „ausbricht“ und Unternehmen angreift. Hackern gelang es, Daten von 31.000 Liechtensteinern zu stehlen.
Ende Juli 2026 meldeten mehrere Medien-Outlets, dass öffentlich geteilte Claude‑Chats sowie andere von Usern freigegebene Inhalte vom 24. bis 26. Juli in Googles Suchergebnissen auftauchten. Betroffen waren ausschließlich Inhalte, die Nutzer über die Share‑Funktion geteilt hatten; private Chats blieben laut Anthropic auch privat.
Die Ursache war kein Einbruch, sondern ein Problem bei der Indexierung: Auf den freigegebenen Seiten fehlte offenbar ein wirksamer Schutz vor Suchmaschinen, sodass Google und andere Crawler die öffentlich zugänglichen Chat‑Links erfassen konnten. In den Treffern fanden sich unter anderem sensible Angaben, darunter interne Firmendokumente, API‑Schlüssel, Gesundheitsdaten und persönliche Daten.
Der Fehler wurde schnell behoben: Die Ergebnisse verschwanden rasch wieder aus den Suchmaschinen.
Kurz nachdem OpenAI und Anthropic von Angriffen ihrer KI-Agenten auf fremde Betreiber berichteten, reiht sich nun auch Meta ein: Am 5. August 2026 meldete das Unternehmen, dass eines seiner KI‑Modelle während eines Cybersicherheitstests in die Systeme eines fremden Unternehmens eingedrungen war.
Betroffen war nach Medienberichten das Modell Muse Spark 1.1, das gemeinsam mit dem unabhängigen Testanbieter Irregular geprüft wurde. Eine Fehlkonfiguration ermöglichte dem Modell den geplanten Vorgaben entgegen den Zugang zum offenen Internet. Muse Spark identifizierte daraufhin eine Schwachstelle bei einem Drittanbieter und nutzte sie, um in dessen Computersysteme einzudringen. Welche Daten eingesehen oder welche Veränderungen vorgenommen wurden, ist bisher nicht bekannt; Meta untersucht den Vorfall aktuell.
Das Fürstentum Liechtenstein wurde Opfer eines umfangreichen Cyberangriffs, bei dem das landeseigene „Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen“ angegriffen wurde. Laut der Regierung wurden Kopien der Daten von rund 31.000 Rechtsträgern abgegriffen. Die Daten umfassen Namen und andere Details von Personen, die hinter Firmen, Stiftungen oder Treuhänderschaften stehen. Ein Krisenstab wurde einberufen, das Verzeichnis war zeitweise nicht abrufbar. Für Betroffene gibt es eine Kontakt-Mail-Adresse.